Wann benutzt man eigentlich einen Kamm? Welchen Kamm brauchst du für welche Frisur? Und woher weißt du, welcher Kamm zu deinem Haartyp passt? Wahrscheinlich greifst du einfach wahllos zu irgendeinem Kamm, ohne groß darüber nachzudenken. Dabei kann man eben nicht alle Kämme über einen Kamm scheren. Jeder Kamm hat seine eigene Funktion, daher eignet sich der eine Kamm in manchen Fällen besser als der andere. Wir erklären dir in diesem Kamm-Guide alles, was du wissen musst.
Was ist der Unterschied zwischen einem Kamm und einer Bürste?
Viele Männer denken, dass ein Kamm und eine Bürste ungefähr dasselbe für ihr Haar tun können. Das stimmt aber nicht. Kämme und Bürsten sind nämlich zwei völlig unterschiedliche Styling-Tools, die für unterschiedliche Zwecke geeignet sind. So wird ein Kamm vor allem verwendet, um nasses Haar zu entwirren und Styling-Produkte wie eine Pomade gleichmäßig im Haar zu verteilen. Mit einem Kamm hast du beim Stylen also viel Kontrolle, besonders bei kurzem bis halblangem Haar.
Bürsten hingegen werden meist bei trockenem Haar oder beim Föhnen eingesetzt. Eine Bürste eignet sich ideal, um Talg und Öle im Haar zu verteilen und Schmutz aus der Frisur zu entfernen. Besonders bei längerem Haar empfehlen wir eine Bürste. Möchtest du mehr über Bürsten erfahren? In diesem Bürsten-Guide erklären wir dir alles ganz genau.
Die Arten von Kämmen
Es gibt so viele verschiedene Kämme, dass wir gut verstehen können, dass die Wahl des richtigen Kamms nicht leicht fällt. Welchen Kamm du brauchst, hängt vor allem von deinem Haartyp und dem gewünschten Ergebnis ab.
Stylingkamm
Der Stylingkamm, auch Friseurkamm, Schneidekamm oder Kombikamm genannt, wird am häufigsten verwendet – sowohl von normalen Männern als auch von Friseuren! Der Schneidekamm hat zwei Bereiche: einen mit feiner und einen mit breiter Zahnung. Das macht ihn sehr vielseitig. So kannst du den Schneidekamm zum Haareschneiden, aber auch zum Entwirren und in Form bringen des Haares nutzen.
- Länge: Alle Haarlängen
- Ideal für: Entwirren, Stylen und als Hilfe beim Schneiden
Taschenkamm
Der Taschenkamm, auch Zakkam genannt, ist ein super praktisches Tool für unterwegs! Du erkennst den Taschenkamm an seiner kurzen Größe und meist feinen Zahnung. Bist du außer Haus und möchtest dich im Laufe des Tages trotzdem mal kurz neu stylen können? Dann ist ein Taschenkamm die clevere Wahl für dich.
- Länge: Kurzes Haar
- Ideal für: Stylen
Afrokamm
Afrokämme werden häufig bei krausem Haar verwendet, um dem Haar Volumen zu verleihen. Ein Afrokamm, auch Afro Pick genannt, ist ein großer Kamm bzw. eine Art Plektrum mit großen, breiten Zinken, die in straff gelocktes Haar eindringen und es anheben und vom Kopf abheben können, ohne die Locke zu zerstören. Dieser Kammtyp wird häufig verwendet, um einen Afro zu kreieren, zu stylen und in Form zu halten.
- Länge: Kurzes bis halblanges krauses Haar
- Ideal für: Stylen und Volumen schaffen
Wellenkamm
Der Wellenkamm ist an jedem Punkt gleich hoch, die Zahnung variiert jedoch, sodass du deinem Haar zusätzliches Volumen verleihen kannst. Die ideale Länge des Wellenkamms sorgt dafür, dass du deine vertikale Welle für mehr Volumen oder einen klassischen Look im Handumdrehen hinbekommst!
- Länge: Alle Haarlängen
-
Ideal für: Wellen legen
Grobzahniger Kamm
Zum Schluss der grobzahnige Kamm, auch Strähnenkamm genannt. Dieser Kamm ohne Griff hat eine sehr breite Zahnung, was ihn für nahezu jeden Haartyp ideal macht. Neben dem Entwirren eignet sich dieser Kamm auch hervorragend, wenn du deine Frisur etwas lässiger und natürlicher stylen möchtest. Die groben Zinken sorgen nämlich für einen weniger glatten, polierten Look.
- Länge: Halblanges bis langes Haar
- Ideal für: Entwirren und Stylen
Materialarten
Jeder Kamm wird aus einem Material hergestellt, das am besten zum Einsatzzweck des Kamms passt. Nachfolgend zeigen wir dir die Vorteile der einzelnen Materialien.Kämme aus Holz
Ein Kamm aus Holz massiert deine Kopfhaut und sorgt dafür, dass die natürlich vorhandenen Öle dein Haar pflegen. Häufig verwendete Holzarten für Kämme sind Sandelholz, Kirschholz und Bambus.
Vorteile:
- Holzkämme sind sanft zu deinem Haar
- Holzkämme pflegen dein Haar auf natürliche Weise
- Holzkämme sorgen für eine gesunde Kopfhaut (fördern die Durchblutung)
- Holzkämme beugen Verknotungen und Haarbruch vor
- Holzkämme eignen sich für alle Haartypen
Kämme aus Carbon
Kämme aus Carbon sind hitzebeständig. Du kannst einen Carbonkamm also problemlos zusammen mit einem Föhn oder anderen heiß werdenden Haarstyling-Tools verwenden. Carbonkämme sind zudem sehr stabil. Hast du dickes oder widerspenstiges Haar? Für einen Kamm aus Carbon überhaupt kein Problem!
Vorteile:
- Carbonkämme sind hitzebeständig
- Carbonkämme sind robuste Kämme, auch geeignet für dickes und widerspenstiges Haar
- Carbonkämme verhindern statische Elektrizität im Haar
- Carbonkämme sind leichte Kämme
- Carbonkämme sind nicht flexibel, ideal, um sie beim Schneiden gleichmäßig zu halten
Kämme aus Metall
Metallkämme verhindern lästige Reibung im Haar, sodass sie nicht hängen bleiben. Das Material ist langlebig und Metallkämme haben diesen schönen Vintage-Look! Metallkämme sind hart, für eine empfindliche Kopfhaut solltest du daher besser zu einem Kamm aus einem anderen Material greifen.
Vorteile:
- Metallkämme sind sehr stabil
- Metallkämme verhaken sich nicht so wie Plastikkämme
- Metallkämme sind im Allgemeinen günstig
- Metallkämme sind schwer, wodurch sie leicht durchs Haar gleiten
- Metallkämme lösen keine allergischen Reaktionen aus
Kämme aus Plastik/Celluloseacetat
Ein Kamm aus Plastik wird oft als billig und weniger effizient angesehen, da die Zähnchen schnell brechen können und beim Herstellungsprozess Grate am Kamm zurückbleiben können. Dadurch bleibt ein Plastikkamm schneller in deinem Haar hängen.
Natürlich gibt es auch Plastikkämme von sehr guter Qualität. Für diese Qualität landest du bei einem Kamm aus Celluloseacetat. Diese Kämme sind meist handgefertigt und professionell verarbeitet – für jahrelanges Kammvergnügen!
Vorteile:
- Kämme aus Celluloseacetat sind stabil
- Kämme aus Celluloseacetat lassen sich leicht reinigen
- Kämme aus Celluloseacetat eignen sich auch für Gesichtsbehaarung
- Kämme aus Celluloseacetat sind frei von schädlichen Stoffen
- Kämme aus Celluloseacetat sind langlebig
Kämme aus Horn
Ein Kamm aus Horn – zum Beispiel Büffelhorn – ist schwer und sehr stabil. Hornkämme werden aus natürlichem Material gefertigt, weshalb der Anschaffungspreis etwas höher liegt als bei anderen Kammarten. Trotzdem ist die Wahl eines Hornkamms sein Geld absolut wert!
Ein Hornkamm erzeugt keine statische Elektrizität. Außerdem beschädigt ein Hornkamm deine Kopfhaut nicht. Die mäßige Härte eines Hornkamms massiert deine Kopfhaut und regt die Blutgefäße der Kopfhaut an. Das macht sie kräftiger, fördert die Durchblutung und versorgt den Kopf mit mehr Nährstoffen und Sauerstoff. Das kann dir unter anderem helfen, das Haarwachstum anzuregen und Haarausfall entgegenzuwirken!
Vorteile:
- Hornkämme verhindern statische Elektrizität
- Hornkämme fördern die Durchblutung
- Hornkämme sind reich an Aminosäuren und Keratin
- Hornkämme sind zu 100 % natürlich
- Hornkämme sind von hoher Qualität und halten sehr lange
Welchen Kamm wirst du bestellen?
Konnten wir dir bei der Wahl von Art und Material helfen? Denk immer daran: Benutzt du den Kamm vor allem zum Stylen? Dann greif zu einem Kamm mit feiner Zahnung. Einen Kamm mit grober Zahnung hingegen solltest du am besten verwenden, wenn du dein Haar entwirren möchtest.